Eine kleine Geschichte über Helden der Seefahrt

 

Inspiriert von einer Reise nach Lissabon

Heinrich der Seefahrer 1394 – 1460
Einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Initiatoren der Suche nach neuen Seewegen war Heinrich der Seefahrer, der Bruder des Portugiesischen Königs Johann der zweite. Er gründete in Sagres an jenem Ort der im äussersten Südwesten Portugals und Europas liegt eine Sternwarte und eine Nautische Schule. Auch liess er alle Nautischen Kenntnisse seiner Zeit zusammentragen. Er liess Karten zeichnen, Quadranten und Kompasse konstruieren und trieb überdies die Kapitäne an, die geradezu höllische Furcht vor den südlichen Seewegen zu überwinden. Alle glaubten, südlich der Kap-Inseln könne das Meer nicht mehr befahren werden und auf dem Festland von Afrika wäre der unbewohnbare Teil der Erde.

Vasco da Gama 1496
Vasco da Gama umsegelte im Auftrag des portugiesischen Königs das Kap. o. g. Hoop bis Sansibar. Mit Lotse und günstigem Monsun erreichte er die Stadt Calicut. Aber man war der der Meinung, dass es einen kürzeren westlichen Weg gibt um die Gewürzinseln zu erreichen.

Diaz Bartolomeo 1450 – 1500
Portugiesischer Seefahrer der im Auftrag der spanischen Krone mehrere Seereisen entlang der spanischen Küste durchführte. Auch er war auf mehreren Seereisen Begleiter von Vasco da Cama.

Fernao de Magalhaes Magellan 1480 -1521
Was Columbus nicht vermochte, gelang ihm, dem grössten Seefahrer aller Zeiten. Durch die hohen Zölle der Türken, Ägypter und Araber versuchte man schon früher einen Weg zu finden zu den Gewürzinseln. Pfeffer und andere Gewürze wurden damals mit Gold aufgewogen und das hat seine Gründe darin, dass die Fade eintönige Kost der Europäer um vieles geschmackhafter gemacht wurde mit Gewürzen aus Indien.

Auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien erreichte Kpt. Bartolomaeo Diaz, ein Portugiese nach verschiedenen Versuchen 1487 das Kap der guten Hoffnung. Der Weg nach Indien war nun offen, aber Fieber und Viele Tote zwangen ihn zur Rückkehr. 1496 umsegelte Kpt. Vasco da Gama auf Befehl des Königs von Portugal das Kap d. g. H. bis Sansibar. Mit einem Lotsen der die Gewässer gut kannte und mit günstigem Monsun erreichte er die Stadt Calicut. Aber immer träumte man davon, dass es einen westlichen kürzeren Weg gäbe um diese Gewürzinseln zu erreichen. Nachdem Columbus im Dienste des spanischen Könighauses mit seinen Schiffen : Santa Maria, Länge 32 Meter und etwas mehr als 100 To, Nina 50 To. Pinto 40 To. und insgesamt 120 Mann Besatzung an diesem Projekt scheiterte, war eine gewisse Zeit Ruhe.

Aber Wieder meldete sich ein Mann beim König von Portugal mit dem Plan die ostindischen Gewässer auf Westkurs zu erreichen. Er fand aber kein Gehör beim König und so wandte er sich an das spanische Königshaus und da hatte man ein offenes Ohr. Dieser Portugiesische Entdecker in spanischen Diensten verwirklichte den Plan, die ostindischen Gewässer auf Westkurs zu erreichen was zur ersten Erdumsegelung seines Begleiters Elcano (del Cano) führte.

Nach einem Vertrag mit Karl dem fünften stach Magellan am 20. September 1519 mit einer Flotte von fünf Schiffen und insgesamt 237 Mann Besatzung in See. Die Namen der Schiffe waren: Trinidad 120 Tonnen, 55 Mann Besatzung, Kapitän: Ferdinand Magellan, San Antonio 130 Tonnen, 60 Mann Besatzung, Kapitän: Juan de Cartagena, Conception 90 Tonnen, 45 Mann Besatzung, Kapitän: Gaspar de Queseda, Victoria 90 Tonnen, 42 Mann Besatzung, Kapitän: Luis e Mendoza, Santiago 60Tonnen, 32 Mann Besatzung, Kapitän: Juan Rodriguez Serrano.

Am13. Dezember 1519 erreichte er mit seinem Geschwader die Bucht von Rio de Janeiro. Nach einem erfolglosen Bemühen einer von ihm angenommenen Durchfahrt zum Pazifik kam es zu einer blutigen Niederschlagung eines Aufruhrs einiger spanischer Kapitäne gegen ihren portugiesischen Generalkapitän. Im Winterquartier an der portugiesischen Küste entdeckte er am 21. Oktober 1520 die Magellanstrasse. Mit noch 3 Schiffen konnte Magellan die Fahrt fortsetzen. Nach Überqueren des Äquators am 13. Februar erreichte Magelhan nach 3 Monaten und 20 Tagen die Marianen, wo er vor der Insel Guam vor Anker ging. Zahlreiche Besatzungsmitglieder starben auf dieser Fahrt durch Hunger und Skorbut. Auf der Weiterfahrt erreichte das Geschwader die Philippinen, wo Magellan in der Absicht, den ganzen Archipel für den König von Spanien zu erobern im Kampf mit den Bewohnern einer kleinen Insel am 27.4.1521 den Tod fand. Mit 2 Schiffen wurde die Reise fortgesetzt und am 3. November 1521 das Ziel, die Molukken (Gewürzinseln) erreicht.

Schlussendlich kam noch ein Schiff, die Victoria, unter Kapitän Sebastian del Cano mit einem kleinen Rest von 18 Mann am 6.September 1522 nach einer Reise von 3 Jahren und einem Monat in seinen Heimathafen Sevilla in Spanien zurück.

Verbleibt noch zu erwähnen, dass keine Musikkapelle bereitstand zum Empfang der Heimkehrer. Zurück blieben Erniedrigung und Ächtung dieser Helden samt ihren Familien.

In Portugal sucht man umsonst ein Denkmal ihres Entdeckersohnes.
Die einzigen von denen ich weiss, befinden sich in Punta Arenas (Patagonien) und In Mactan auf den Philippinen.

René Bolliger