Seemannsgarn



Warum Seemannsgarn?



Das Schiemannsgarn, auch Takelgarn wurde aus alten Tauen gewonnen und von den Seeleuten dazu benutzt, Leinen und Trossen zu umwickeln, Schiemannsgarn drehen oder spinnen war auf Segelschiffen eine untergeordnete Arbeit, die bei Schönwetter erledigt wurde. Weil sie recht langweilig war, erzählten sich die Seeleute unterdessen, was sie erlebt hatten und worüber sie sich Gedanken machten. Oft wird der Wahrheit so viel hinzugedichtet, dass aus einem kleinen Fisch ein Monsterhai wird oder Riesenkraken sogar ganze Schiffe ins Verderben ziehen. So bekam das Schiemannsgarn spinnen/drehen eine andere Bedeutung. Das Erzählen wurde Hauptsache, die Arbeit Nebensache, bis man das Erzählen alleine so bezeichnete. Heute Versteht man unter Seemannsgarn jene Erlebnisberichte von Seeleuten im Grenzbereich zwischen Wahrheit und Phantasie, die alle etwas undurchsichtig dafür aber glaubhaft- eindrucksvoll sind. Der Zuhörer weiss nie, ob er auf den Arm genommen wird. Zum Seemannsgarn gehören auch die Erzählungen über den Klabautermann, Seeungeheuer, Wassermänner und Nixen sowie Geschichten über Magnetberge die Schiffe anziehen und zerschellen lassen, Geisterschiffe wie den Fliegenden Holländer, Schiffsfriedhöfe auf offenem Meer. Modernes Seemannsgarn bezieht sich auf Geschichten über UFO-Sichtungen und Verschwinden von Schiffen im Bermuda-Dreieck.

Lange Zeit fälschlicherweise als Seemannsgarn galten Berichte über Monsterwellen die ganze Schiffe zerstören können. Genau so wie seit Jahrhunderten über Sichtungen von Riesenkalmaren und Begegnungen mit diesen Tieren berichtet wurde, wurden diese Erzählungen meist als Seemannsgarn verspottet und ins Reich der Legenden verwiesen. Selbst die Funde gestrandeter Kalmare mit Längen von weit über zehn Meter wurden nicht ernst genommen. Heute weiss man, dass es diese Tiere tatsächlicht gibt.

Man muss mit der Verurteilung als Phantasie der Geschichten von Seemännern also vorsichtig sein.

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