Atlantiküberquerung
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.
von Peter Schwab
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Als ich in den Jahren 1973, 1975, 1996 und 2000 wiederholt über den
Atlantik flog, schaute ich immer sehnsuchtsvoll aufs Meer hinab und
träumte dabei, einmal mit einem kleinen Schiff diese Ueberfahrt zu
machen. Mit einem Spaghetti-Dampfer der Costa-Line überquerte ich den
"Teich" dann erstmals auf dem Wasser, von Genua nach Barbados. Und
jetzt war es soweit. Am 10.November starteten wir, 6 Crewmitglieder,
in Lanzarote mit der "LIBELLULE", einem Katamaran über den Atlantik
nach Trinidad.
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Gebunkert hatten wir: 1200 L Diesel. 680 L Wasser im Schiffstank und
gut 300 L Trinkwasser in Flaschen. (Wir hatten auf dem Schiff auch einen
Watermaker). Dazu 150 L Süssgetränke und 100 L Fruchsäfte. 40 L Milch.
2 Fl Rhum, 20 Fl. Wein und 40 Fl od. Büchsen Bier. Den Rhum brauchten
wir nur zum betäuben und sterben lassen der gefangenen Fische. Wein und
Bier tranken wir sehr mässig, ca. je 12 Flaschen resp. Dosen. Die
wichtigsten Esswaren; 5 Kg Brot, 12 P. Pumpernickel, 10 P. Zwieback,
120 Eier, 20 Kg Mehl, 5 Kg Reis. 15 P. Teigwaren, Fleisch und
Wurstwaren, Oel, Essig, Gewürze etc. Früchte und Gemüse. Süsswaren. Der
letzte Schrank und die letzte Ablage war belegt.
Ablegen am 10.11.2009, 2000 Uhr in Lanzarote, vorbei an den Inseln
Gomera und Teneriffa und ab dem 3. Tag immer auf offener See.
Windrichtung; NE, E, ab und zu auch N oder S, 4 - 7 Bft., auch
Flauten, Wellenhöhe: 0 - 5 Meter.
Start: 28° N 13° W - Ziel: 11° N 62° W.
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Mit diesem Ziel vor Augen.
Dem Leuchtturm in Port of Spain, Trinidad. |
Unsere Instrumente: GPS, Radar, Echolot, Sattelitentelefon, etc. die
neusten Apparaturen. Trotzdem griffen wir gelegentlich zum Peilgerät,
Kompass, Fernglas oder orientierten uns nach den Sternen. Dass die
modernen Instrumente ausfallen können, mussten wir mehrmals erfahren.
Bildschirm, GPS, Anzeige der Windrichtung und Windstärke oder der
Geschwindigkeit, sind kurzfristig oder auch länger ohne Anzeige
geblieben. Dann war die Seemannschaft, teils auch das Gespühr, gefragt.
Während der ganzen Ueberfahrt gabs immer wieder Arbeit. Lose Schrauben
anziehen und Birnen auswechseln, waren noch die einfachsten Aufgaben.
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Mitten auf dem Ozean,
38° 30' N / 18° 00' W,
habe ich eine Flaschenpost abgeschickt.
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Hoffentlich kommt diese am Ziel an.
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Dank AJS konnten wir die meisten Schiffe die uns begegneten
Identifizieren. Wie gross, woher, wohin, Ladung, Geschwindigkeit.
Ausgenommen sind Kriegsschiffe und kleine Fischerboote. Vom 8. - 16. Tag
sahen wir nicht ein einziges Schiff.
Diese Wetterstation der US-Marine hat uns zuerst in leichte Panik
versetzt. Standort: Anfänglich konnte dieses Objekt auch als
Rettungsinsel, Kiel/Rumpf eines Bootes oder Dinghi gesehen werden.
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Mit der Motorenunterstützung und der modernen technischen Ausstattung,
konnten wir die Strecke beinahe auf kürzestem Weg zurück legen. Schade
eigentlich! Die Bezeichnung; Barfussroute kann ich bestätigen.
Viele meiner bisherigen Törns im Mittelmeer, im Indischen Ocean, in
der Biskaja, Aermelkanal, Nordsee oder auf den Kanaren waren
anspruchsvoller.
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Die Dauer der Ueberfahrt, gut 3 Wochen, war mehr oder wenig kurzweilig.
In zweiergruppen hielten wir Wache von 2 und 3 Stunden. Fast täglich
fingen wir Fische, die wir ausnahmen und zum Essen zubereiteten. Wir
kochten täglich mindestens eine warme Mahlzeit. Dann haben wir auch
Brot gebacken. Mit lesen, Tagebuch schreiben, Nautik, Sternenkunde,
Motor, Instrumente etc. studieren, plaudern und ich sogar Shantis
singen, haben wir die restliche Zeit verbracht.
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Der Wahoo |
eine Delikatesse
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Angekommen,
Karibisches Festessen. |
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Interessant war das Ein- und Auschecken in den Marinas auf den
Karibischen Inseln. Für Reinigungen und Reparaturen am Boot blieben
wir noch bis zu 4 Tage in Trinidad auf dem Boot. Täglich mussten wir
uns bei den Immigrationsbehörden melden. Und jedes Mal gabs die grössten
Probleme, weil jeweils einer der Crewmitglieder abreiste. Auch wollte
der Verantwortliche die Flugtickets der Abreise sehen. Ohne diese Belege
konnten wir uns nicht auschecken.Die Tickets mussten besorgt werden.
Bei meinem Zwischenhalt auf Antiqua, musste ich am Flughafen ein
Hotel buchen. Ohne, wurde ich nicht ins Land gelassen. Es soll jemand
sagen, wir in der Schweiz sind "pinkelig". Die Schönheit der Karibik
hat aber alles vergessen lassen. Und als ich beim Heimflug wegen eines
technischen Defektes am Flugzeug, noch einen zusätzlichen Tag auf den
Dominikanischen Inseln in einem Resort der Sonderklasse, All Includet,
verbringen konnte, war auch der letzte negative Punkt vergessen.
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